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Um alle diesen Störfaktoren entgegen zu wirken, mussten sich die
Modementwickler etwas einfallen lassen. Es entstanden die sogenannten
Modulationswerkzeuge (vgl. [TUK]).
- Identifikation:
- Bei Verbindungsaufbau wird überprüft um was für eine Verbindung es
sich handeln soll und welche Modulationsverfahren und Protokolle zur
Fehlerkorrektur vorhanden sind.
- Line Probing:
- Testet die zur Verfügung stehende Leitung und wählt die optimale
Übertragungsgeschwindigkeit aus. Es werden Testsignale von 150 Hz bis
3750 Hz gesendet. Der Empfänger sendet die Testergebnisse zurück, auf
Basis derer die endgültige Verbindung aufgebaut wird.
- Adaptive Pre-Emphasis:
- Basiert auf Line Probing und reduziert die Amplitudenverzerrung
durch gezieltes Anheben bzw. Senken bestimmter Frequenzen. Dies
geschieht aus durch Auswahl von 10 standardisierten Pre-Emphasis
Filtern.
- Adaptive Power Control:
- Auswahl des optimalen Sendepegels auf Grund der Ergebnisse, die
beim Line Probing ermittelt wurden.
- Trellis Codierung:
- Optimierung der Qualität der Kodierung durch Fehlerkorrektur
(Parity-Bit) und durch Erhöhung der Datendichte pro
Frequenzbereich.
- Precoding:
- Ist eine Kombination aus Pre-Equalizing und Trellis
Codierung.
- Warping Verfahren:
- Verbesserung des Signal-Rausch-Verhältnisses durch Entgegenwirken
auf signalabhängige Verzerrung. Dies ist eine weitere Art von
Kodierung.
- Rate Renegation:
- Schnelle Anpassung der Transfergeschwindigkeit während einer
Verbindung bei sich verändernder Leitungscharakteristik.
Wie bereits erwähnt, muss man bei herkömmlichen Telefonleitungen immer
mit Störgeräuschen rechnen, die zu verfälschten Bits führen. Der
Modem-Hersteller Microcom hat mit dem "Microcom Networking Protocol"
(MNP) ein im Laufe der Jahre immer mehr verfeinertes Verfahren
entwickelt, das erlaubt Übertragungsfehler im Modem automatisch zu
erkennen und durch wiederholte Anforderung des fehlerhaften
Datenblocks auch zu korrigieren. Zusätzlich wurde die Netto-Datenrate
durch Kompression der vom PC angelieferten Daten spürbar erhöht. Mit
V.42 wurde ein Industrie-Standard für Fehlerkorrektur und
Datenkompression geschaffen, den man heute in praktisch allen Modems
vorfindet. MNP5 benutzt zur Kompression eine dynamisch ermittelte
Huffman-Tabelle mit Zeichenhäufigkeiten und überträgt so das in
Textdateien häufiger auftretende "e" mit weniger Bits als ein "x". Das
Lempel-Ziv-Verfahren von V.42bis prüft dagegen, ob sich Zeichenfolgen
im Text wiederholen, und überträgt statt des erneuten Auftretens der
Folge einfach einen relativen Verweis auf ihre vorherige Position.
[ITU]
- V.21: Datenübertragung unter 1200bps, Full-duplex,
Sendefrequenz 980Hz/1180Hz, Empfängerfrequenz 1650Hz/1850Hz
- V.22: Datenübertragungsstandard für 1200 bps, basierend auf
Phasenverschiebung, Sendefrequenz 1200Hz Empfängerfrequenz 2400Hz
- V.22bis: Datenübertragung mit 2400 bps
- V.29: Datenübertragung mit 9600bps, Half-Duplex
- V.32: Datenübertragung mit 9600 bps, Full-duplex,
Fehlerkorrektur
- V.32bis: Datenübertragung mit 14.400 bps, mehrere
Trägerfrequenzen und dynamische Leitungsanpassung
- V.32terbo: V.32bis Erweiterung auf 19.600bps, verwendet das
Warping-Verfahren
- V.34: Datenübertragung mit 28.800 bps, Full-duplex,
synchrone Übermittlung
- V.34bis: Datenübertragung mit 33.600 bps
- V.42: Übertragungsprotokolle entsprechend MNP1 bis MNP5
(MNP steht für Microcom Networking Protocol)
- V.42bis: Protokoll mit Datenkompression, ähnlich MNP5
- V.90: Datenübertragung mit 56.600 bps Download und 33.600
bps Upload
- V.92: Datenübertragung mit downstream 56.600 bps und upload
bis zu 48.000bps
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