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2.3. Das 56 kbps Modem, eine Sonderform des analogen ModemsDas 56 kbps Modem nimmt eine gesonderte Rolle in der Modemtechnik ein. Technisch gesehen sind auf analogen Kupferleitungen nur Übertragungsgeschwindigkeiten bis 33,6 kbps möglich. Das 56 kbps Modem testet bei Verbindungsaufbau die zur Verfügung stehende Leitung. Ist der Telefonanschluss an eine digitale Vermittlungsstelle angeschlossen, so nutzt das Modem die digitale Leitung und erreicht somit eine Downloadrate von bis zu 56 kbps. Allerdings ist der Uploadrate auf die herkömmliche analoge Übertragungsgeschwindigkeit des V.34 bzw. V.34+ (33,6 kbps) begrenzt. Um in der Praxis den V.90 Standard auch wirklich nutzen zu können, müssen erstens die Kabelverbindungen zur Vermittlungsstelle eine gewisse Qualität erfüllen und zweitens muss auch der Internet-Provider die 56 kbps Technik unterstützen. Ist irgendeine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, schaltet das Modem auf die herkömmliche analoge Übertragungstechnik zurück. Dies kann bei schlechten Leitungsgegebenheiten auch ein Standard unter V.34 bzw. V.34+ sein (Standards siehe unten).
2.4. Probleme der analogen ÜbertragungstechnikBei der analogen Übermittlung treten folgende Probleme auf. Das Signal verliert durch Dämpfung an Intensität bei zu langen Entfernungen. Dies geschieht logarithmisch. Genauso hängt der Energieverlust von der gesendeten Frequenz ab. Man darf sich die Wellen, die auf den Leitungen unterwegs sind, nicht als einfache Welle vorstellen, sondern als ein komplexes Gebilde sich überlagernder Wellen. Um auf ländlichen Gebieten größere Entfernungen überbrücken zu können, werden Verstärker eingesetzt. Diese können aber das Signal nicht zu 100% wieder herstellen. Ebenfalls kann es zu Überlagerungen kommen. Wie soll nun das empfangende Modem wissen, welcher Wellenteil zu welcher Ausgangswelle gehört. Ein weiteres Problem bei der analogen Übermittlung sind die Störgeräusche. Diese entstehen durch Induktion. Stromdurchflossene elektrische Leiter bauen in ihrer unmittelbaren Umgebung ein Magnetfeld auf. Dieses hat dann Einfluss auf die benachbarten Leitungen. Im ungünstigsten Fall kann dadurch eine ganze Welle ausgelöscht werden.Ein weiteres Übertragungsproblem bei analogen Verbindungen ist das Echo. Zumeist tritt dieser Effekt bei langen Verbindungswegen oder an den Endpunkten auf. Dieses Problem tritt auch beim Telefonieren auf, deshalb haben die Telefongesellschaften bei Verbindungen über 2000 km sogenannte Suppressors eingebaut. Ein solcher Suppressor filtert die elektromagnetischen Wellen, die menschlicher Sprache ähneln, heraus und unterdrückt die rückläufigen Signale. Technisch wird dieses durch einen Verstärker gelöst, der sich an und ab schaltet. Da ein Modem Töne mittels elektromagnetischer Wellen sendet, kann dieser Suppressor nicht entscheiden ob es sich um Daten oder Sprache handelt. Daher ist nur eine "Half-duplex" Verbindung möglich. Um dieses Problem zu umgehen, mussten sich die Modementwickler eine neues Verfahren einfallen lassen. Ein Modem sendet zu Beginn der Verbindung ein 2100 Hz Signal. Dies deaktiviert den Suppressor für die restliche Dauer der Verbindung (In-band signaling). Mit dieser Technologie ist wieder eine Full-Duplex Übertragung möglich. Eine Alternative zum Suppressor ist der "echo canceler". Ein echo canceler simuliert ein mögliches Echo und legt dieses gespiegelt auf das existierende Signal. Diese Technik ist ganz ohne Relais realisierbar und auch die Full-Duplex-Übertragung ist ohne Einschränkung und ohne zusätzliche Geräte möglich. |
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